Auf eine Tasse Kaffee mit..., Hochschulleben

Auf eine Tasse Kaffee mit … Dr. Thomas Suermann de Nocker!

Herr Dr. Suermann de Nocker ist seit dem Somersemester 2013 Lehrbeauftragter der FOM Hochschule. Neben seinem Fachbereich der allgemeinen Betriebswirtschaftslehre hat er den Schwerpunkt strategisches Management. Er lehrt hauptsächlich am Studienzentrum Düsseldorf  der FOM Hochschule.

Die FOM: Guten Tag Herr Dr. Suermann de Nocker, bitte stellen Sie sich kurz vor.

Dr. Suermann de Nocker: Nach Promotion und drei Jahren als Unternehmensberater bin ich zum Wintersemester 2014/15 als Hauptamtlicher bei der FOM eingestiegen. Die FOM kenne ich nicht nur durch vorherige Lehraufträge und eine kleinere Mitarbeit in der Medienentwicklung, sondern auch durch mein eigenes MBA-Studium dort.

Die FOM: Wie haben Sie Ihre erste eigene Veranstaltung in einem Hörsaal der FOM erlebt?

Dr. Suermann de Nocker: Ich habe die technische Ausstattung bewundert. Mein erster FOM-Lehrauftrag fand am Standort Köln statt und das neue Gebäude an der Aggripinawerft im Rheinauhafen ist wirklich toll. Ich freue mich schon auf den neuen Campus in Düsseldorf.

Die FOM: Was machen Sie bewusst anders, als Ihre eigenen Lehrenden früher und warum?

Dr. Suermann de Nocker: Ich habe mal Mathematik studiert und die Lehre in dem Fach hat bei mir  nachhaltig Eindruck hinterlassen – nicht unbedingt einen positiven. Vorlesungen waren ein reiner Monolog und 300 Studierende quasi unsichtbar. In wie weit diese dem Stoff in dem Moment folgen konnten, erschien völlig egal. Gelernt haben wir Studierenden nur etwas in den Übungsgruppen, die von Studierenden höherer Semester angeboten wurden. Zu den Vorlesungen ging nach drei Wochen niemand mehr hin.
Ich versuche mehr auf die Studierenden einzugehen: Mich zwar im Stoff nicht bremsen zu lassen, aber darauf zu reagieren, wenn das gesamte Auditorium den Anschluss verloren hat.

Die FOM: Wie stellen Sie den Transfer zwischen Theorie und Praxis, insbesondere im Hinblick auf die besondere Zielgruppe der berufstätigen Studierenden an der FOM, in Ihrer Lehre sicher?

Dr. Suermann de Nocker: Die Schattenseite bei der Arbeit mit berufstätigen Studierenden sind sicher die geringeren zeitlichen Ressourcen, die im Vergleich mit Vollzeitstudierenden für das Studium aufgebracht werden können. Sich einfach mal in die Universitätsbibliothek zu setzen und mal aus reinem Interesse Artikel oder Bücher zu lesen, die Fragen bearbeiten, die sich aus einer Vorlesung ergeben, dafür fehlt wahrscheinlich öfter die Zeit. Daher drehen sich die Diskussionen in den Veranstaltungen seltener um den Vergleich bestimmter Forschungsansätze oder die theoretische Fundierung bestimmter Thesen, gerade im Bachelorbereich.
Dafür bringen berufstätige Studierende viele eigene relevante Erfahrungen ein, die mit den theoretischen Lehrinhalten direkt in Verbindung gesetzt werden: „Bei uns im Unternehmen gehen wir einen anderen Weg!“, „Das hat sich bei uns in der Firma aus einem weiteren Grund bewährt!“ Da müssen vom Lehrenden nicht extra Fallbeispiele entwickelt werden, die Studierenden bringen Ihre eigenen mit! Die Anwendungsorientierung ist den Studierenden sehr wichtig, die Studieninhalte sollen für ihren Arbeitsalltag Relevanz haben und das gelingt am Besten, wenn man die Studierenden auch mit Ihren eigenen Erfahrungen zu Wort kommen lässt und von dort aus in die Diskussion geht.

Die FOM: Was ist Ihre einprägsamste Erinnerung an eine Situation im Hörsaal als Lehrender?

Dr. Suermann de Nocker: Einprägsam war für mich einmal der Weg zum Hörsaal. Pünktlich zu meinem ersten Lehrauftrag in Köln im Rheinauhafen angekommen, erfuhr ich, dass ich mich im Standort vertan hatte. Die Studierenden erwarteten mich am Standort Leverkusen. Mit Bahn und Taxi ging es dann so schnell wie möglich dorthin, aber ganz pünktlich war ich nicht mehr. Seitdem prüfe ich meine Räume vor jeder Vorlesung doppelt.

Die FOM: Was würden Sie neuen Lehrenden der FOM mit auf den Weg geben wollen?

Dr. Suermann de Nocker: Man sollte sich nicht der Illusion hingeben, dass die Vorlesungsinhalte von sich aus, unabhängig von der Art wie sie präsentiert werden, immer das Lehrinteresse aller Studierenden trifft. Dann bräuchte es ja nur Bücher und Skripte und Dozenten wären überflüssig.
Die Studierenden brauchen Dozenten aus zwei Gründen: Zum einen, damit er den Lernprozess unterstützt, z. B. durch unterschiedliche Lehrmethoden und Motivation. Zum anderen durch seine Person und die eigenen Erfahrungen und Meinungen, die in der Lehre nicht zu kurz kommen sollten.

Die FOM: Was wird Ihrer Meinung nach die Lehre in Zukunft am stärksten beeinflussen?

Dr. Suermann de Nocker: Großen Einfluss werden digitale Möglichkeiten haben. Nicht in Form einer Alternative zur Präsenzlehre, die Konzepte in diese Richtung bestehen noch oft aus heißer Luft: Wer kann sich z. B. aufraffen, drei Stunden am Stück einer Vorlesung auf YouTube zu folgen? Da klickt man sich am heimischen PC doch sofort weg, egal wie gut die Vorlesung gemacht ist.
Die Chance sehe ich in einer Ergänzung der Lehre: Onlinebasierte Tutorien, Selbstevaluationstests etc.. Da gibt es noch mehr digitale Möglichkeiten als einfach mal ein YouTube-Video zu zeigen!

Die FOM: Was interessiert Sie abseits des Hörsaals?

Dr. Suermann de Nocker: Meine kleine Tochter nimmt viel an Freizeit in Anspruch. Da ich sie vorlesungsbedingt abends meist nicht ins Bett bringen kann, verbringen wir tagsüber mehr Zeit miteinander.

Die FOM: Was schätzen Sie an der FOM Hochschule besonders im Hinblick auf die Lehre?

Dr. Suermann de Nocker: Die Professionalität in der Organisation: Die Termin- und Raumplanung, die Bereitstellung von Orientierungsmaterialien, die Betreuung in den Studienzentren, die Angebote des OnlineCampus und die gute Erreichbarkeit der dafür verantwortlichen Personen im Hintergrund.

Die FOM: Herr Dr. Suermann de Nocker, wir danken Ihnen für das Gespräch!